Wie die Höhle entstand
Ein Riff aus dem Devonmeer, Wasser, das den Kalk löst, und Tropfsteine, die sich Zeit lassen.

Der Weg nach unten
390 Millionen Jahre in einem Schnitt.
Der Kalk, durch den Sie gehen, ist ein altes Riff. Die Höhle darin entstand viel später – und die Tropfsteine wachsen bis heute.
8 °C
Ganzjährig kühl
Das ganze Jahr über sind es in der Höhle rund 8 °C, bei hoher Luftfeuchte. Jacke und feste Schuhe gehören dazu.
1 cm
In 100 Jahren
Seit der Entdeckung 1927 ist ein Tropfstein etwa einen Zentimeter gewachsen. Deshalb bitte nicht berühren: Die Fettschicht der Haut kann das Wachstum an der berührten Stelle stoppen.
30 m
Der tiefste Punkt
Am tiefsten Punkt der Führung stehen Sie 30 Meter unter der Erde, mitten im Devon-Kalk.
Schema: Die Tiefen 0, 7 und 30 m stammen aus der Führung, Schichtdicken und Gangverlauf sind vereinfacht. Geologie nach Geologischem Dienst NRW (Geotop GK-5011-002).

Zeitleiste
390 Millionen Jahre, vier Zeitpunkte
- 390 Mio. Jahre
Ein Riff im Devonmeer
Im Mitteldevon liegt das heutige Bergische Land unter einem warmen Meer. Korallen und andere Kalkbildner bauen ein Riff. Daraus wird Kalkstein – ein isoliertes „Kalksteinnest“ zwischen Sandstein und Tonschiefer. (Zeitpunkt nicht datiert)
Später: Wasser löst den Fels
Regenwasser nimmt auf dem Weg durch Boden und Fels Kohlensäure auf und löst den Kalk in feinen Klüften. Über sehr lange Zeit werden daraus Gänge und Räume. Der Geologische Dienst NRW beschreibt die Höhle als entstanden „durch Lösung devonischer Kalksteine“; wann das in Wiehl geschah, ist nicht datiert.- um 1860
Der Zufall im Steinbruch
Bei Sprengungen im Kalksteinbruch am Pfaffenberg öffnen sich Hohlräume. Der Fund findet zunächst kaum Beachtung. - 1927
Die Schauhöhle öffnet
Am 4. August 1927 beginnt die erste öffentliche Führung. Seitdem tropft es weiter – ganz in Ruhe.
Quellen: Geologischer Dienst NRW (Geotop GK-5011-002) zu Gestein und Höhlenbildung; chemie.de Lexikon „Tropfstein“ zum Wachstum (etwa 8 bis 15 mm je 100 Jahre, stark schwankend).

Erdkunde in 45 Minuten
Wasser löst, Wasser baut.
Später tropft kalkhaltiges Wasser von der Decke. An der Luft gibt es einen Teil seiner Kohlensäure ab, und ein winziger Rest Kalk bleibt zurück. Tropfen für Tropfen entstehen so die Tropfsteine.
CaCO₃ + H₂O + CO₂ ⇌ Ca(HCO₃)₂Kalk + Wasser + Kohlenstoffdioxid ⇌ gelöster Kalk. Nach rechts löst das Wasser den Fels, nach links scheidet es ihn als Tropfstein wieder ab.
1 cm ≈ 100 Jahre
Stalaktit
Hängt von der Decke herab, wie ein Zapfen. Er wächst dort, wo Wasser abtropft.
Stalagmit
Wächst vom Boden nach oben, dort, wo die Tropfen aufschlagen. Er ist meist dicker und kräftiger als sein Gegenüber.
Säule
Treffen sich Stalaktit und Stalagmit, wachsen sie zu einer Säule zusammen.

Läuft das Wasser nicht tropfend, sondern als dünner Film über Wand und Boden, entstehen Sinterfahnen, Vorhänge und stufenförmige Kaskaden. Der Kalk setzt sich hier in dünnen Lagen ab – die weißen und rötlichen Töne der Wände stammen davon.




